Album Cover: Ethel Smyth - Kammermusik Vol. 1 + Vol. 2

Ethel Smyth - Kammermusik Vol. 1 + Vol. 2

Album:
16 Tracks, 113:29 min
Format:
MP3, 320 kbit/s
Genre:
Classical 
Artist:
Fanny Mendelssohn Quartett
 

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Ethel Smyth - Kammermusik Vol. 1 + Vol. 2

Ethel Smyth, Kammermusik Vol.1 & Vol.2

Violinsonate a-Moll op. 7, 1887*
Streichquintett E-Dur op. 1, 1883*
Cellosonate a-Moll op. 5 (1887)*
Streichquartett e-Moll, 1902/12*

* Weltersteinspielung (* World Premiere Recording)


Komponistin:
Ethel Smyth (1858-1944)

Interpreten:
Renate Eggebrecht, Violine
Friedemann Kupsa, Violoncello
Céline Dutilly, Klavier
Fanny Mendelssohn Quartett
Johanna Varner, Violoncello (Quintett)

Aufnahme:
August und November 1990,
Studio 3 BR München
Tonmeister, Karl Grobholz
Mastering: Bauer Studios Ludwigsburg

Gesamtzeit:
CD 1, 54:33 / CD 2, 59:20

Label-Code: 6206
EAN-Code: 4014432014036


Rezensionen / Pressestimmen:

Vol.1+2

Motiv Berlin Dez. 1991
Ethel Smyth: Ersteinspielungen
"Englische Musik im Umfeld der Jahrhundertwende steht nicht eben in der Gunst von Marktbedarf und Musikindustrie, wiewohl sich gerade hier ein nationales Musikschaffen besonderer Eigenart zu neuer Ausformung erhebt. Mit Ersteinspielungen aus dem kammermusikalischen und vokal-sinfonischen Schaffen von Ethel Smyth deckt die Industrie 1991 nun gleich in zweierlei Hinsicht eine seit langem gravierende Vakanz.

Die Wiederentdeckung der zu Lebzeiten hochgeschätzten, heute gänzlich vergessenen Autorin und Komponistin komplettiert das spärliche Angebot englischer Musik um 1900 und präsentiert dazu eine über ihre Zeit hinaus beispielhaft wirkende komponierende Frau. Ethel Mary Smyth (1858-1944) begann ihre künstlerische Laufbahn in Deutschland, sie gehörte als Zeitgenossin zum geistigen Umfeld von Clara Schumann, Arthur Nickisch, Edvard Grieg, Hermann Levi und Johannes Brahms.

Nach eigenen Opernerfolgen in Leipzig und Weimar wurde sie auch in ihrer Heimat bekannt: mit Chor- und Orchestermusik in großer Form, als Schriftstellerin, als Sympathisantin im britischen Frauenrechtskampf. Der Problematik zweier Wirkungskreise werden die Werkersteinspielungen in exemplarischer Weise gerecht.

Die Veröffentlichung Kammermusik Vol.1 präsentiert mit der Sonate a‑Moll von 1887 und dem Streichquintett E‑Dur Nr.1 von 1883 zwei in Deutschland komponierte, ihrerzeit im Leipziger Gewandhaus uraufgeführte Werke. Wie verschiedenerlei hier entstandene Kammermusik folgen sie recht streng klassischer Satzdramaturgie und spätromantischer Klanggestalt. Vol.2 stellt zwei Stücke dagegen, die erst längere Zeit nach ihrer Entstehung in England zur Weltpremiere kamen.

Das Streichquartett e‑Moll (1902/12) unterscheidet sich in seiner harmonisch-dramaturgischen Zuspitzung recht hörbar schon von der konventionellen a‑Moll‑Sonate für Cello und Klavier von 1887. Aus interpretatorischer Sicht besticht die nunmehr vierte Produktion von Renate Eggebrecht-Kupsa’s Musiklabel TROUBADISC durch Ausgewogenheit.

Das Fanny Mendelssohn‑Quartett, bereichert um die Pianistin Céline Dutilly, orientiert auf Gleichzeitigkeit von dramaturgischer Werkkonzeption, Ausführung klangfarblicher Nuancen und durchaus kulinarischer Wiedergabe romantischer Essenz. Analyse und Genuß halten einander Balance auf der Suche nach Idee und Substanz. Eine sensationelle Einspielung der Kammermusik!" (Frank Kämpfer)


Neue Zeitschrift für Musik, 6/1992
"Unter den führenden Musikern ihrer Zeit rief sie Achtung und Bewunderung hervor. Tschaikowsky und Debussy fanden lobende Worte für ihre Musik. Sie stand in Kontakt mit Clara Schumann, Joseph Joachim, Brahms und Dvořák – um nur einige zu nennen. Die Aufführungen ihrer Werke, darunter zahlreiche Kompositionen für Orchester und etliche Opern, leiteten namhafte Dirigenten, von denen sich vor allem Bruno Walter sehr für die Komponistin einsetzte.

Ethel Smyth, die 1922 als Dame of the British Empire geehrt wurde, war nicht gerade eine zartbesaitete Natur. Sie verließ 1877 ihr wohlsituiertes englisches Elternhaus gegen den Widerstand der Familie, um in Leipzig bei Reinecke und Jadassohn Komposition zu studieren und später Privatstudien bei Herzogenberg aufzunehmen, schloß sich nach 1900 der englischen Suffragettenbewegung an, für die sie einen Marsch komponierte, und verfolgte ihren musikalischen Weg inmitten einer männlich beherrschten Musikwelt mit selbstbewusster Zähigkeit.

Robust und zupackend und so gar nicht dem Klischee einer „weiblichen“ Ästhetik verpflichtet - was immer man darunter verstehen mag – äußert sich auch ihre Musik, von der die vorliegende Einspielung von Kammermusikwerken einen Eindruck vermittelt.

Schon das Streichquintett op.1 von 1883 zeigt (bei aller Nähe zu Brahms) einen sehr eigenwilligen und kraftvollen Stil, der mit handwerklicher Meisterschaft und souveräner Formbeherrschung ausgeführt ist. Charakteristisch für dieses Werk wie auch für die originelle Violinsonate op.7 und die etwas konventionellere Cellosonate op.5 – beide von 1887- sind überraschende harmonische Wendungen, vorwärtsstrebende Rhythmen und eine bizarre Melodieführung, die häufig die Taktschwerpunkte aufhebt.

Dabei besitzt die Musik mit ihrer folkloristisch geprägten Melodik und der auffallenden Vorliebe für Bordun- und Ostinato-Wirkungen ein eindeutig englisches Kolorit, das jedoch in einer komplexen Satzstruktur und einer dichten motivischen Arbeit sublimiert erscheint.

Das interessanteste Werk der Einspielung ist wohl das zwischen 1902 und 1912 entstandene Streichquartett e-Moll, das zwar formal dem klassischen Muster folgt, jedoch mit seiner erweiterten Harmonik, den Quartschichtungen und ganztönigen Figuren sowie den Anklängen einer Bartók’schen Motorik im Finale durchaus moderne Züge aufweist.

Die Interpretation des – im Quintett durch die Cellistin Johanna Varner erweiterten – Fanny Mendelssohn Quartetts ist kraftvoll, dabei aber immer auf strukturelle Klarheit bedacht." (Klaus Angermann)


Heilbronner Stimme, Okt. 1991
Eigenständige musikalische Handschrift
"Ethel Smyth entstammte einer konservativen englischen Offiziersfamilie und durchbrach früh die gesellschaftlichen Konventionen durch ihre professionelle Hinwendung zur Musik. Sie studierte am Leipziger Konservatorium bei Carl Reinecke, später bei Heinrich von Herzogenberg.

Bedeutende Dirigenten wie Thomas Beecham und Bruno Walter führten ihre Werke auf, sie schrieb Opern, großangelegte Symphonien, Chor- und Konzertwerke. In ihrer Kammermusik, die nun als Ersteinspielung auf dem Troubadisc-Label vorliegt, wird der Mendelssohn-Spätstil ihrer Lehrer deutlich, mit denen sie mittlerweile das Schicksal des Vergessenseins teilt.

Dennoch tragen die Werke wie das Streichquintett E‑Dur op.1 und die Violinsonate a‑Moll op.7 eine eigenständige, expressive Handschrift, ohne dabei ins Süßliche abzugleiten. Eine Entdeckung wert ist das Streichquartett e‑Moll, 1902 begonnen und erst 1912 vollendet.

Themenexposition und Fortspinnen des musikalischen Gedankens lassen zuweilen Anklänge an Brahms erkennen, sein langsamer Satz atmet die Melancholie des Fin‑de‑Siecle. Das Fanny Mendelssohn Quartett bemüht sich in einem transparenten Klangbild um breiten romantischen Gestus.

Ein informatives Booklet läßt neben der Komponistin selbst auch Bruno Walter und Virginia Woolf zu Wort kommen, Widmungen, Uraufführungs-Daten und Quellenlage der Werke sind ausführlich dokumentiert. Man darf auf weitere Veröffentlichungen dieses jungen Labels gespannt sein." (Lothar Heinle)


Berliner Morgenpost Okt.1991
Romantikerin erstmals auf CD erschienen
"...Die Engländerin Ethel Smyth, 1858 ein gutes halbes Jahrhundert nach Fanny Mendelssohn‑Hensel geboren, ist bei uns kaum bekannt. Dabei hat sie zahlreiche Orchesterwerke und Opern geschrieben, die um die Jahrhundertwende in ganz Europa gefeiert wurden. Persönlichkeiten wie Bruno Walter, Peter Tschaikowsky und Virginia Woolf waren begeisterte Verfechter ihrer Musik.

Ethel Smyth zählt zu den bedeutendsten Komponistinnen der Romantik. Ihre wichtigsten Kammermusikwerke sind jetzt - größtenteils als Ersteinspielungen – auf einer Doppel-CD erschienen.

Das Fanny Mendelssohn‑Quartett und die Pianistin Céline Dutilly setzen sich mit großem Engagement und Spieltemperament für die Komponistin ein." (Martina Helmig)

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18.08.2009
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