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Die Beatles, eine verständnisvolle Nachbetrachtung des Phänomens von Bernd Grap.
Unberührt von den revolutionären welthistorischen Vorgängen in Fernost begab es sich im englischen Sprachraum, dass beschäftigungsfreien Personengruppen und Gesellschaftssegmenten, zumeist bis zur Mittelschicht und Arbeiterschicht angesiedelt, eine fokusierte Beschäftigung fanden in der Zerfledderung klanglicher Vorlagen des amerikanischen Sprach- und Musikraums zu konsumablen Klangstücken, englisch Songs. Angeregt durch (nicht historisch überliefert doch wg. der starken Nähe und kulturellen Kohärenz bewiesen) den deutschen Schlager ( Lieder in dt. Sprache mit weniger und ganz wenig Anspruch an den Intellekt, jedoch starker emotionaler Aussagekraft und Bindungswirkung) kam es in der englischen, knapp walisischen Mittelstadt Liverpool zur Adaption des deutschen Wortes ‚Schlager’ im Namen einer dort ansässigen Kombo der ‚The Beatles’. Etymologisch nachzuweisen durch die ins Englisch übersetzbare Begrifflichkeit des ‚Schlagers’ in englisch ‚beat’, Schlag. Zur begrifflichen Ergänzung. Beim Schlager handelt es sich um ein ein in seiner Einfachheit prägnantes Lied, das ‚einschlägt’. Hier etwas verkürzt auf diese Formel gebracht. In dieser Tradition verpflichtet formten sich nach Pre-Namensgebungen, die historisch zu vernachlässigen sind, also die selbsternannten ‚Beatles’. Zu deutsch würde etwa der im süddeutschen Sprachraum Herangewachsene und in diesem Idiom sich mundartende von den ‚Schlagerles’ sinngemäß sprechen. Die Beatles also (Die Redaktion zitiert in der Folge den engl. korrekten Namen diesr musizierenden Personen aus wichtigen Gründen) fanden sich auch aus der mutmaßlichen existentiellen Notwendigkeit, überschiessender ‚freier’ Zeit, gepaart mit anlagebedingter Vorliebe zu nicht sog. bürgerlichen täglichen Aufenthalts in arbeitgeberdominierten Gefügen zusammen. Bei sebstüberschätzten instrumentalen Befähigungen und den effektvoll, bei amerikanischen Vorbildern abgeschauten, eingesetzten gymnastikähnlichen Bewegungsabläufen, die beim Hörerkreis in dieser abgemilderten Form angenommen werden konnten, insofern die Originale durch unverstellte künstlerische Kraft und Aussage Viele überforderten, legten sie los.
Erste an die Zuhörerschaft herangetragene Ton- und Gesangskonglomerate ließen dann die eigene geistige Sichtweise der Welt und Bezüge zu naiv-trümerischen Inhalten und Sehnsüchten durchscheinen, so in der Single ( übesetzt etwa kleine Schallplatte, mediale Präsenzform von Schlagern ) ‚She loves you......yeah, yeah yeah’ . Zunächst nicht auszumachen für den deutschen Hörer hier, ob man selbst gemeint war d.h. angesprochen oder etwa gar nur der Sänger selbst, was den Identifikationseffekt leicht einzutrüben vermochte. Eine gewaltige Inhaltsformel wird hier mangels besserer intellektueller Ausdrucksmöglichkeit wie etwa ‚Would it be, she is in love with me’ zur platten umgangssprachlichen Phrase gepresst. Dies insofern vorteilig, da diese verkürzte und gedrängte Audrucksweise auch im nicht englischen Sprachraum Verständnis und Widerhall fand, nicht zuletzt auch unterstützt in der effektvoll und leidenschaftlichen Darbietung mehrstimmigen Gesangs. Besonders wichtig in der Erfolgsformel daher das direkte oder mittelbare Auslösen von Affekten beim Zuhörer, ohne diesen zu überfordern oder gar zu frustrieren, denn nicht jeder, der Teile des Liedes gesanglich zu rezitieren ansetzt, verfügt auch über natürliche Vorgaben einer Befähigung hierzu. Weiteres Klangbeispiel:. ‚I want to hold your hand’. Keineswegs anspielend auf ‚jemanden festhalten’ wollend in einem agressivem Kontext dieser Aussage, wie man es bei Personengruppen bestimmter Kreise vermuten könnte, die wildfremde Menschen auf der Straße ansprechen aus Gründen des Geldmangels. Nicht so hier. Wiederum ist es gelungen, eine eindeutige Formel zu finden für ein Beziehungsphänomen, das den jungen Zuhörer zwingend in den Bann schlägt, zumal wenn er männlich ist. Für Personen anderen Geschlechts sicher auch anziehend wg. der zugleich offenbarten geistig -romantischen Auseinandersetzung, vielfach auch Okkupation, mit diesem Thema in der relevanten Zielgruppe. Einem organisatorischen Zufall ist es fürderhin zu verdanken, dass eine die Stirn durch hineinhängende Haare weitgehend verdeckende Frisurform die Berufsgruppe der Friseure zu handelndem Umdenken veranlaßte. Eingefunden zu einem Gruppenzuschnitt wurde die talentvolle Haarschneiderin vom Ort des Schnittes weggerufen. Die Strähnen der Herren, zwecks weiterer Verwendung für den Scherenschnitt abwartend auf den Stirnhalden der Musikanten zwischengelagert, harrten der finalen Verwendung als die Herren nun ihrerseits zu einem der historisch im Nachhinein sehr wichtigen Auftritten in einer Sternenbar gedrängt wurden.
Lange Strähne kurzer Sinn, es entstand so eine Frisur, die landesweit der Kammindustrie zu volleren Kassen verhalf.
Anfänglich noch dem gemeinsamen Ziel, des Erfolgs verplichtet, sangen die vier (oder fünf) Künstler aus Liverpool noch beherzt im Chor über Dinge, die sie und uns alle angingen. Beispiel: ‚All you need is love’. Das steht jedoch im Gegensatz zu ganz frühen Äußerungen der Gruppe in dem Lied: ‚Can’t buy me love’. Da scheint ein Umdenken eingesetzt zu haben im philosophischen Sinne, nicht aber im platonischen. Dann allerdings setzten sich auch in den Songs die Vorlieben und Lieblingsbeschäftigungen einzelner Bandmitglieder durch. Am liebsten wollte der eine in einem Unterseeboot leben, der andere gar träumte nur vom ‚Gestern’, dabei wars noch nicht vorbei mit dem Erfolg. Schließlich erfand einer sogar die ‚weinende Gitarre’, ein epochaler Einfall, der die Interpreten aus Literatenkreisen auf den Plan rief. Zu erwähnen hier die gleichzeitige Vorstellung des ‚wining’ Gitarrensounds eines befreundeten Musikantenkollegen. Dies sei am Rande anzumerken und soll in keiner Weise dessen Beitrag zur klanglichen Vielfalt popülärer Musik im sechsten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts herabmindern oder unbewertet lassen. Poetisch so auf vorderem Niveau wollte auch einer seinen ‚Tag im Leben’ beschreiben, eine noch nie dagewesene künstlerische Anstrengung. Manchmal lag gar ‚etwas’ in der Luft oder lange ‚gewundene’ Pfade galt es begehen. Damit man den Exkursionen auch folgen konnte, wurden die Etappen der Band erschöpfend auf den Hüllen der Schallplatten illustriert. Zunächst wohl wg. Geldmangels nur mit spitzen Bleistiftzeichnungen, dann aber hat man gleich viele Berühmtheiten zu Fototerminen geladen und sich schöne Kostüme gekauft oder geliehen. Anschließend ging es dann mit dem Bus durch London, wo sie jetzt arbeiteten; vorbei an der Abteistraße. Einzelne Impulse für die Brillenmode gingen hier einher, die sog. Nickelbrillenmode. Mit fortschreitender Zeit kehrte bei den einzelnen Bandmitgliedern eine gewiße Besinnlichkeit ein. Manch einer fragte sich, ob er sich eine bessere Welt vorstellen, erträumen könnte, was letztendlich beim Tträumen belassen blieb. Schliesslich fanden sie, dass sie es ‚sein’ lassen sollten. Man ging privaten Dingen wie Wirtshausbesuche, Meditation, Aufenthalte in Hotels nach oder gründete Familien, so wie die Eltern. Nochmals traf man sich zu einem abschließenden Musizieren an frischer Luft um nochmals ‚zurück zukommen’. Und so spielen sie, jeder für sich noch heute ihre Musik, wenn nicht das Schicksal anderweitige Vorkehrungen traf, aber ‚Life goes on’.
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